Wie weiter mit der Schulreform?

Hier könnt ihr euch über die einzelnen Termine & Veranstaltungen im Kalender austauschen oder selber welche bekannt geben.

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Sava
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Wie weiter mit der Schulreform?

Beitragvon Sava » So 6. Dez 2009, 02:02

Wie weiter mit der Schulreform?

Welche Entwicklung nehmen Hamburgs Schulen?

Mi. 09. Dezember 09; 19 Uhr
Rudolf-Ross-Schule, Poolstraße 6

Dr. Hans-Peter de Lorent ? Schulbehörde Hamburg, Leiter der Projektgruppe Schulreform

Der Streit um die Schulreform geht in die nächste Runde: Mehr als 180.000 Hamburgerinnen und Hamburger haben für die Durchführung eines Volksentscheides unterschrieben. Ob sich hinter jeder Unterschrift eine aufgeklärte Ablehnung verbirgt, oder ob die Regierung nicht ausreichend und umfassend genug über die Reform informiert hat, drückt dieses Ergebnis allerdings nicht aus.

Steckt mehr hinter dem Widerstand, als die Angst des Verlustes von Privilegien einer von Abstiegsängsten bedrohten Mittelschicht? Auch wenn die KritikerInnen der Schulreform viel Rückenwind haben, ist kaum vorstellbar, dass eine Mehrheit in der Stadt möchte, dass alles so bleibt, wie es ist. Frühe Trennung der Kinder nach der vierten Klasse, mehr Jugendliche ohne Abschluss als im Bundesdurchschnitt und eine große Abhängigkeit des Schulerfolgs vom Geldbeutel der Eltern zeigen, dass eine Reform in dieser Stadt dringend notwendig ist.

Dr. Hans-Peter de Lorent von der Schulbehörde stellt sich der Diskussion um eine Schule der Zukunft. Er zeigt die Grundideen der Schulreform auf, informiert über das weitere Vorgehen und geht auf Kritik an der Reform ein.


Veranstaltet von:

umdenken Politisches Bildungswerk Heinrich-Böll-Stiftung HH e.V.


elo
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Beitragvon elo » Do 10. Dez 2009, 22:14

War jemand gestern auf der Veranstaltung und mag hier mal berichten !
Ich konnte leider nicht - hatte Elternratssitzung
Einen schönen Tag
wünscht
elo

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BaerchenHH
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Beitragvon BaerchenHH » Sa 12. Dez 2009, 13:12

Schade, daß er nicht im Kalender eingetragen war, sondern nur hier...

Merkwürdig auch, daß er Mailtechnisch nirgends aufgetaucht ist
Dadurch habe ich ihn verpasst, wäre bzw. war sicher interressant gewesen.
Und NICHTS kann mich aufhalten!!! - Mist, 'ne Kindersicherung...


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Beitragvon elo » So 13. Dez 2009, 10:18

Ich glaube, ich habe das sogar in einer Mail erhalten von : " Besseres Lernen " - da war der Termin angekündigt !

Keiner da gewesen ???? :roll:
Einen schönen Tag
wünscht
elo


Januarbaby
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Beitragvon Januarbaby » Mi 16. Dez 2009, 13:32

Hallo,

Ja er war in der Mail von Besseres Lernen angekündigt. Ich konnte aber leider auch nicht und hoffe noch auf einen Bericht. Besseres Lernen hat sich auch (noch) nicht dazu geäußert.

Lg
Januarbaby


gpetrich
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Beitragvon gpetrich » Do 17. Dez 2009, 11:09

Hallo,

da bisher noch niemand geantwortet hat, will ich hier _kurz_ was schreiben.

Ich habe die Veranstaltung besucht und war zuallererst über die entspannte Atmosphäre überrascht.
Ausser zweier Schreihälse auf beiden Seiten entwickelte sich eine sachliche Diskussion zwischen Herrn de Lorent, der auf einem halbem Dutzend Folien kurz die Eckpunkte der Schulreform nochmals vorstellt, und dem Publikum, unter dem zu beiden Teilen Befürworter und Kritiker der Schulreform saßen (u.a. auch Herr Scheuerl, der es sich nicht nehmen liess auch ein Statement abzugeben).
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Argumente zur Genüge ausgetauscht sind, und man nun abwartet, was der Moderationsprozeß von Hrn. Otto ergibt.

Ich für meinen Teil (ich bin Befürworter der Schulreform) habe folgendes mitgenommen:

Sollte es zu einer Abstimmung kommen, so wird nur über zwei Punkte abgestimmt:
- Längeres gemeinsames Lernen: 6jährige Primarschule (lt. Schulreform) statt 4jähriger Grundschule (WWL möchte diese beibehalten)
- Elternwahlrecht: Beim Übergang in Klasse 7 spricht die Zeugniskonferenz eine Empfehlung aus, die Eltern konnen sich an eine Nicht-schulische Schiedsstelle wenden, wenn sie ihr Kind auf ein Gymnasium schicken wollen, ohne dass sich die Zeugniskonferenz dafür ausspricht (lt. Schulreform) oder
die Eltern können frei entscheiden (WWL-Vorschlag)

Alle anderen Neuerungen der Schulreform kommen unabhängig vom Ausgang der Volksabstimmung:
- Zwei-Säulenmodell aus bisherigem Gymnasium und der neue "Stadtteilschule" als Zusammenschluss der bisherigen Schulformen Haupt- Real und Gesamtschule
- Kleinere Klassengrößen
- mehr Lehrer
- Kein Sitzenbleiben / Abschulen ausser in begründeten Sonderfällen
- individualisierter Unterricht
- jahrgangsübergreifendes Lernen
- Ziel- und Leistungsvereinbarungen
- Recht auf Besuch einer Regelschulform für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf


Am gestrigen Abend gab es an unserer Schule (GHR Am Falkenberg) eine Infoveranstaltung zur Primarschuleinführung durch unseren Schulleiter und Hrn. Altenburg-Hack von der Schulbehörde (Projektleiter "Starterschulen"):
Dort wurde die Aussage gemacht, dass bei einer evtl. Abstimmung und einer Annahme der beiden WWL-Forderungen die Starterschulen in einen Schulversuch überführt werden, da sie als Starterschulen zum kommenden Schuljahr bereits Primarschulklasssen einrichten.
Inwiefern unsere Kinder aus den jüngeren Jahrgängen dann eine Wahl haben, die Schule nach 4 Jahren in Richtung Gymnasium zu verlassen (davon gehe ich bis ich das Gegenteil in Erfahrung gebracht habe aus) versuche ich in den nächsten Tagen zu klären, dazu zwei Absätze später noch eine weitere bemerkenswerte Aussage von A-H.
Ich finde es aber gut zu wissen, dass die Schulbehörde einen Plan B in der Schublade hat.

Lt. Aussage von Hrn. Altenburg-Hack haben sich 10% aller Grundschulen in Hamburg dazu entschieden, als Starterschulen die Primarschule in 2010 zu beginnen.
Der Kreis Süderelbe wurde von ihm als "Speerspitze" der Schulreform bezeichnet, weil sich hier nur eine Grundschule (GS Neugraben) gegen die Primarschuleinführung als Starterschule entschieden hat.
Hier *** Bitte einloggen, oder registrieren! *** die Liste der Hamburger Starterschulen.

Zum Übergang in das Gymnasium nach der 4. bzw. 6. Klasse stellte gestern ein Elternteil folgende Frage:
Wie wird das Niveau der kommenden 5. Klassen am Ende der Klasse 6 eingeschätzt, wenn sich ca. 50% der Eltern für einen Übergang in das Gymnasium nach Klasse 4 entscheiden.
Bleiben damit die leistungsstarken Kinder hinter ihren Möglichkeiten zurück, wenn sie sich für die Primarschulklasse entscheiden, und einen Übergang in das Gymnasium nach Klasse 7 anstreben?
Antwort von A-H: er gehe davon aus, dass das Niveau der Schüler am Ende Klasse 6 der Primarschule über dem Niveau der Gymnasialklasse liege, da
- die Primarschule eine kleinere, aus der Grundschule bereits etablierte Schülerschaft habe (Klassenkameraden, Lehrer, Schule sind bereits bekannt, auf dem Gymnasium treffen bis zu 30 Kinder auf neue Lehrer)
- die Primarschulklasse durch das Attribut "Starterschule" eine besseren Personalschlüssel bekommt (Lehrerteams, Lernmittel etc.)
- auf dem Gymnasium in Klasse 5 und 6 letztmalig selektiert werden muss, da durch den Elternwillen auch Schüler ohne Gymnasialniveau dort angemeldet werden können, d.h. der Lehrer verliert mind. ein halbes Jahr an Zeit, bis die Klasse wieder eine etablierte Lernsituation hergestellt hat
- am Gymnasium durch den schlechteren Personalschlüssel und die Klassengröße nicht so gut "individualisiert" gefördert werden kann

Ob sich diese Voraussage erfüllt, ist natürlich wie bei allen Voraussagen, insbesondere wenn sie sich auf die Zukunft beziehen, unsicher ;-)
Ich finde es aber zumindest mal nachdenkenswert, ob leistungsstarke Kinder in der Primarschulklasse nicht sogar "besser" aufgehoben sind.
Gegenargumente sind gerne gesehen :-)

Besinnliche Feiertage
Gerrit Petrich (Elternratsmitglied GHR Am Falkenberg)


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